Türkei: Route, Geschichte, Kultur
- Übergang von Europa nach Asien
Am Hellespont / den Dardanellen überschreiten sie die historische Schwelle von Europa nach Asien – ein Abschnitt voller Mythen und Geschichte. Schon Xerxes I. und Alexander der Große zogen hier mit ihren Heeren über; Kaiser Friedrich I. Barbarossa überquerte die Dardanellen auf dem Dritten Kreuzzug, bevor er 1190 im Göksu (Saleph) ertrank. Zugleich prägen die Gedenkstätten der Schlacht von Gallipoli (1915/16) diesen Ort: riesige Friedhöfe und Mahnmale erinnern an die Hunderttausenden Gefallenen aus der Türkei, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Frankreich und weiteren Nationen. Die Halbinsel gilt als Nationalheiligtum – fast jeder Türke besucht sie einmal im Leben. Unweit davon liegen Troja und Alexandria Troas, jener Ort, von dem der Apostel Paulus erstmals nach Europa aufbrach. Hier verdichten sich Mythos, Antike, Bibel, Mittelalter und Neuzeit.
- Westanatolien & Ägäis
Die Etappe führt über Pergamon (Bergama), UNESCO-Welterbe mit einem der steilsten Theater der Antike, nach Izmir (Smyrna), der Sendschreiben-Stadt und mit über drei Millionen Einwohnern größten Metropole am gesamten Jerusalemweg. Ephesos mit dem Haus Mariens zählt zu den bedeutendsten frühchristlichen Zentren und ebenfalls zum UNESCO-Welterbe. Alexandria Troas gilt als Tor des Paulus nach Europa.
- Lykos-Tal / Phrygien
Im Lykos-Tal liegen Hierapolis–Pamukkale (UNESCO), ein Thermalheiligtum mit dem verehrten Grab des Apostels Philippus, sowie Laodicea, eine der Sieben Kirchen der Offenbarung. Auch Kolossä (Colossae), Adressat des Kolosserbriefs, befindet sich hier.
- Zentrales Anatolien
Vor Konya liegt Sille mit byzantinischen Höhlenkirchen und der Helenenkirche; der Überlieferung nach soll Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, hier auf ihrer Reise ins Heilige Land Station gemacht haben. Konya (Ikonion), die Stadt Rumis, ist bis heute Zentrum des Sufismus. In Kilistra finden sich Felswohnungen an der antiken Königsstraße, eng verbunden mit den Paulusreisen. Pisidisches Antiochia (Yalvaç) schließlich ist der Ort der großen Synagogenpredigt des Paulus (Apg. 13).
- Kilikien & Mittelmeerküste
Auf dem Weg Richtung Mittelmeer erinnert in der Göksu-Schlucht ein Gedenkstein an Barbarossa, der hier 1190 ertrank. In Adana begegnen Pilger mit der Römerbrücke Tasköprü und der Sabanci-Merkez-Moschee zwei eindrucksvollen Wahrzeichen.
- Südostanatolien
In Antakya (Antiochia am Orontes), wo die Jünger erstmals „Christen“ genannt wurden (Apg. 11,26), verbindet sich die Route mit einem der ältesten frühchristlichen Zentren.
Alle genannten Stätten liegen direkt am Jerusalemweg; viele sind zusätzlich als Points of Interest (POIs) in der App markiert.
Hinweis / Istanbul: Falls man auch zusätzlich Istanbul besuchen möchte, ist ein bewährtes Vorgehen in Keşan ein paar Ruhetage einzulegen, um von dort mit dem Bus (Direktverbindung) nach Istanbul zu fahren, die Stadt zu besichtigen – und anschließend wieder zurückzukehren und den Jerusalemweg fortzusetzen. Dies wurde von mehreren Pilgerinnen und Pilgern bereits so gemacht.









